Weltentwürfe II 2004
Die Welt ist Halma
Spielregeln
Franziska R. 2004
- Begeistern Sie Ihre Figurenschar für das Vorhaben, die ihrer Aufstellungsposition gegenüberliegende Ecke des sechszackigen Sternsystems durch Überspringen anderer Figuren in kurzer Zeit zu erreichen.
- Lassen Sie keine weiteren Sinnfragen zu!
- Erklären Sie Ihrer Gruppe, dass das Ziel möglichst geschlossen erreicht werden soll. Die Gruppe gewinnt erst, wenn die letzte Figur an ihrem Zielort angelangt ist.
- Planen Sie voraussehend, und behalten Sie immer die Gruppe zusammen und gleichzeitig jede einzelne Figur im Auge.
- Geben Sie Ihren Figuren Anreize, indem Sie
- ihnen die Vorzüge des Weges und des Ziels schildern. Suchen Sie nach verlockenden und einleuchtenden Gründen, um Sportgeist aufkommen zu lassen.
- Versuchen Sie, die Einsicht Ihrer Figuren zu gewinnen, damit sie Ihnen volles Vertrauen schenken. Bedenken Sie, dass Sie als einzige beteiligte Person den Überblick haben.
- Halten Sie Ihre Figuren dazu an, sowohl gegnerische wie auch zur eigenen Gruppe gehörende Figuren hemmungslos zu überfliegen.
- Durch ständiges Hüpfen an Ort könnte jede Figur versuchen, sich selbst eine Gesamtschau zu verschaffen. Dies ist jedoch wegen unkontrollierten Hüpfens auf dem ganzen Spielfeld zu untersagen.
- Bevor Sie einen Spielzug ausführen, erklären Sie Ihrer Figur, was Sie mit ihr vorhaben; denn sie muss Ihnen blindlings vertrauen können, weil nur Sie den Weg erkennen.
- Die einzelne Figur darf sich nur während des durch Sie vollzogenen Spielzugs, also ihres passiven Hüpfens, selber kurz auf dem Spielfeld umsehen.
- Rempeleien und Streitigkeiten sind sowohl unter den Figuren wie unter den Spielern nicht erlaubt. Lautes Gerede und sonstige Unruhen unter den Figuren wie auch das Mitführen von sichtbehindernden Gegenständen, insbesondere Regenschirmen, ist durch Sie als verantwortliche Person zu kontrollieren und zu unterbinden.
- Möge das Schicksal einen günstigen Ausgang bescheren!
Vom Staunen
Anna Magdalena Schafroth 2004
Durch Wolkenformationen geprägter blauer Himmel und darunter – ein Halma-Spiel! Diese irritierende Kombination von Naturschauspiel und menschlichem, allzu menschlichem Spielfeld...
...Das Zusammenfügen der Halma-Welt-Ideen mit den Wolken geschah ungefähr sieben Jahre später intuitiv, nach intensivem Fotografieren beider Motive. Ohne Anstrengung volllzieht sich während der Betrachtung der daraus hervorgegangenen Gemälde eine Metamorphose: Die Spielfiguren werden zu abstrakten menschlichen Figuren mit ihren jeweiligen Farben und entsprechenden Positionen auf dem Halma-Spielfeld. Sie spielen sich selbst und stehen nicht mehr stellvertretend für die Menschen rund um das Spielfeld. Die Wolkenbilder verstärken den Eindruck einer Metaebene der Wahrnehmung zusätzlich...
Textauszug: Kunstmappe Franziska R. (siehe Texte und Publikationen)







